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Das müssen Sie als Herausgeber beachten!

Wer ein Buch herausgibt, oder sogar selbst schreibt, wird in Öffentlichkeit und Fachkreisen als Experte wahrgenommen. Das dient dem Aufbau der eigenen Marke und hilft so dabei, Reichweite zu generieren und Kunden zu gewinnen. Aber gerade für Neulinge ist der Weg zum Herausgeber mit vielen Stolperfallen übersäht: Deshalb haben wir von Digital Brands ein paar Tipps für Sie, was Sie als Herausgeber beachten müssen.

Tipp 1: Rechtliches

Herausgeber geben meist Sammelwerke heraus. Das bedeutet: Viele Autoren schreiben jeweils Beiträge zu einem bestimmten Thema. In Wirtschaftsfaktor Gesundheit sind das z.B. Experten aus dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Für den Herausgeber ist es nun wichtig, Rechte an den Texten und Haftungsfragen zu klären. Dafür schließt der Herausgeber einen Autorenvertrag mit den Autoren ab. In ihm ist geregelt, dass

  • das Werk in seiner Gesamtheit urheberrechtlich geschützt ist.
  • die Autoren ihre Beiträge nicht in anderen Büchern textgleich veröffentlichen dürfen.
  • die Autoren aber Auszüge oder Kurzfassungen online oder in Zeitschriften veröffentlichen düfen, da das auch Aufmerksamkeit für das Buch und damit die Verkaufszahlen steigert.
  • die Autoren nach der Endabnahme für eventuell verbleibende Fehler oder fehlende / falsche Rechteangaben (z.B. bei Bildern) selbst verantwortlich sind und haftbar gemacht werden.

Tipp 2: Vorbereitung

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Das Lektorat kann selbst Nerven wie Drahtseile reißen lassen. Gute Organisation kann das verhindern. (Bild: PeterFranz / pixelio.de)

Ein Buch herausgeben – also schreiben lassen? Das klingt einfacher als es ist. De facto birgt es großes Verwirrungspotenzial, wenn 20 und mehr Autoren in einem Buch veröffentlichen. Der eine schreibt Foto der andere Photo, der nächste möchte „Prozent“ ausschreiben, wieder ein anderer seine Abbildungen mit a, b, c statt mit 1, 2, 3 durchnummerieren… Die Fragen, die sich stellen, sind schier unendlich! Damit Sie nicht im Nachhinein damit konfrontiert sind, alles zu vereinheitlichen (schließlich ist ein kohärentes Erscheinungsbild wichtig in einem Buch!), sollten Sie vorab wichtige Informationen für die Autoren zusammenstellen und diese auch kommunizieren.

Tipp 3: Lektorat

Wie auch bei der Vorbereitung gilt für’s Lektorat: Stellen Sie als Herausgeber von vornherein die Richtlinien klar, anhand derer korrigiert werden soll. Natürlich gelten die Regeln der deutschen Rechtschreibung, im Normalfall der neuen Rechtschreibung. Aber welche Unklarheiten dennoch bleiben, habe ich schon unter Tipp 2 erläutert. Deshalb sollte sich auch das Lektorat unbedingt an den Vorgaben für die Autoren orientieren.

Außerdem gilt: Das Lektorat machen Sie vor der Formatierung. Denn wenn Texte ersteinmal in Redaktionsprogramme wie Indesign eingespeist wurden, dann wird es immer schwieriger, sie zu korrigieren. Achten Sie deshalb schon vorab darauf, dass alle Abbildungen richtig bezeichnet, alle Kommas korrekt gesetzt und alle Überschriften richtig formatiert wurden. So sparen Sie sich jede Menge Ärger!

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Das VLB ist die Basis für den Buchhandel. (Bild: Screenshot von www.vlb.de).

Tipp 4: Herausgeber im Eigenverlag – das VLB

Als Herausgeber, der sein Buch in einem Verlag veröffentlicht, bleibt einem so manches erspart. Um Fragen wie: Wie kommt mein Buch zu Amazon? Wie kommt es in das Verzeichnis der Deutschen Nationalbibliothek? Woher bekomme ich eine ISBN-Nummer? kümmert sich der Verlag. Allerdings will er dafür auch Geld sehen! Wenn Sie Ihr Buch im Eigenverlag herausgeben, können Sie sich dieses Geld sparen. Allerdings: Sie müssen dann all diese Fragen selbst klären. Die zentrale Stelle für all diese Fragen ist das Verzeichnis lieferbarer Bücher, kurz VLB. Bücher, die darin gelistet sind, sind im Buchhandel erhältlich (online und im Einzelhandel), haben eine ISBN-Nummer und werden in die Deutsche Nationalbibliothek aufgenommen.

Tipp 5: Vermarktung

Nun ist das Buch geschrieben, verkaufen tut es sich aber deshalb noch lange nicht. Als Herausgeber – vor allem im Eigenverlag – müssen Sie nun dafür sorgen, dass Ihr Buch Käufer findet. Wenn Sie namhafte Experten (in Wirtschaftsfaktor Gesundheit z.B. Urs Meier, den ehemaligen FIFA-Schiedsrichter, oder Dr. Franz Alt, ein bekannter Fernsehjournalist) als Autoren gewinnen konnten: Umso besser. Denn deren Reichweite und Bekanntheit hilft, Medieninteresse und damit Aufmerksamkeit und damit Vermarktungschancen zu generieren.
Außerdem können Sie Buchhandlungen ansprechen und nachfragen, ob Sie Ihr Buch auf Kommission verkaufen wollen. So ist Ihr Buch im Handel für die Kunden präsent und muss nicht erst bestellt werden.

Sie sehen: Mit schreiben (lassen) ist es noch lange nicht getan, wenn man Herausgeber ist. Vorbereitung und Nachharbeit nehmen für Herausgeber den größten Teil der Zeit ein. Aber: Wer gut organisiert ist, sollte sich davon nicht ins Bockshorn jagen lassen!

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